TEILNEHMEN: Du hast Lust auf die Lern- und Forschungszeit?

Schön! Hier findest du alles Praktische: Termine, wie du Teil der Gruppe wirst, was das Leben vor Ort mit sich bringt und wie wir die Finanzierung gemeinsam tragen. Uns liegt viel an einer vielfältigen Gruppe – teile die Infos gern mit Menschen, für die das passen könnte.

Der Link zum Bewerbungsfragebogen wird demnächst hier veröffentlicht.

Wie viele Plätze noch frei sind, siehst du auf der Seite Lern- und Forschungszeit.

Termine

Datum

Was

6.–8. November 2026

1. Kennenlern-Wochenende

11.–13. Dezember 2026

2. Kennenlern-Wochenende

21.–24. Januar 2027

Vorbereitungswochenende

14. Februar 2027

Ankommen in der Wegwarte

15. Februar 2027

Start der Lern- und Forschungszeit vor Ort (Gruppe A)

25. Februar – 2. März 2027

1. Intensivblock: Somatisches Begleiten als Kulturelement

22.–30. März 2027

2. Intensivblock: Einführung ins Commoning mit somatischem Schwerpunkt

5.–10. Mai, 2.–7. Juni, 30. Juni – 5. Juli, 18.–23. August, 15.–20. September, 6.–11. Oktober 2027 (jeweils Mi–Mo)

weitere Intensivblöcke

Die Intensivblöcke sind wahrscheinlich nur im Ganzen belegbar. Infos zu den Wochenenden: wegwarte.haus/veranstaltungen.

So wirst du Teil der Gruppe

  1. Informieren: Schreib uns gern eine unverbindliche Mail an info [at] wegwarte [punkt] haus.
  2. Kennenlernen und Bewerben: Komm zu einem der beiden Kennenlern-Wochenenden und schick uns den Bewerbungsfragebogen – die Reihenfolge ist dir überlassen. Am Wochenende beschnuppern wir uns, du lernst Haus, Landschaft und Menschen kennen und bekommst, wenn du möchtest, Mini-Einblicke ins Commoning und in die somatische Praxis. Eines der Wochenenden reicht – und wenn keiner der Termine geht, finden wir einen anderen Weg. 
  3. Entscheiden: Wir melden uns möglichst zeitnah bei dir. Wir besetzen die Plätze nach und nach, es gibt also keine festen Fristen – wenn die Gruppe voll ist, ist sie voll. Wenn es für dich zeitlich eng wird oder deine Teilnahme bis zu einem bestimmten Datum geklärt sein muss, sag uns einfach Bescheid.
  4. Vorbereiten: Am Vorbereitungswochenende im Januar klären wir Zimmerverteilung, Verantwortungsbereiche und Vereinbarungen fürs Zusammenleben.

Leben in der Wegwarte (Gruppe A)

Wer achteinhalb Monate hier lebt, gestaltet den Ort mit. Jede:r übernimmt dafür einen Verantwortungsbereich, in der Regel gemeinsam mit einer zweiten Person. Verantwortung heißt hier vor allem: darauf achten, dass das Nötige passiert, vieles selbst mit anpacken und zur Stelle sein, wenn sich sonst niemand findet. Welcher Bereich zu dir passt, finden wir gemeinsam heraus – Vorerfahrung ist willkommen, aber keine Bedingung.

  • Garten und Schnittstelle zur Gärtnerei: Hausgarten und Vorgarten pflegen, Gemüse ernten, mit der Gemüse- und Samengärtnerei zusammenarbeiten, Jahreskreisfeste organisieren
  • Hausmeisterei: Haus und Hof in Schuss halten, kleine Reparaturen und Wartung, Bau- und Verschönerungsprojekte
  • Hauswirtschaft: die Fürsorgeaufgaben koordinieren, Lebensmittel bestellen und lagern, Vorräte und Einkochen, Sauberkeit, Müll
  • Veranstaltungsorganisation: Veranstaltungen im Haus hosten, eigene Veranstaltungen organisatorisch unterstützen, Öffentlichkeitsarbeit
  • Fundraising: Förderanträge formulieren, Spenden und Direktkredite einwerben
  • Emotionale Begleitung und Konfliktbearbeitung: Einzelne begleiten, Konflikte moderieren, Räume für Emotionales halten

Diese Grundausrichtung gehört für uns dazu und ist nur in Details verhandelbar. Du musst das nicht schon können, aber dich ernsthaft darauf ausrichten wollen:

  • saisonale, regionale Ernährung und annähernde Selbstversorgung mit Gemüse
  • Müllvermeidung, Reparieren, Wiederverwerten, ein anderer Umgang mit Konsum
  • schonender Umgang mit Wasser und Energie
  • die Bereitschaft, Konflikte beziehungswahrend zu bearbeiten und zu prüfen, welche Themen in den Gruppenkörper gehören und welche anderswo versorgt werden sollten
  • ein Eingebundensein in die Landschaft und ihre Zyklen
  • das Bewusstsein, dass wir uns im Sterben eines Narrativs befinden – das fordert heraus und braucht psychische Stabilität
  • die Bereitschaft, eine gemeinsame kontemplative und somatische Morgenpraxis zu etablieren

Wohnen und Essen

Wer vor Ort lebt, kann ein eigenes Zimmer haben oder sich eines teilen – sag uns einfach, was du brauchst. Während der Intensivzeiten teilen sich die Teilnehmenden der Gruppe B in der Regel ein Zimmer.

Wir essen so regional und saisonal wie möglich, kaufen möglichst ökologisch ein, vermeiden Verschwendung und sammeln Obst, Nüsse und Wildkräuter. Die Küche ist grundsätzlich vegan, in Maßen gibt es auch Milchprodukte, Eier und Fleisch. Unverträglichkeiten und besondere Bedürfnisse berücksichtigen wir, so gut es geht.

Gut für dich sorgen

Ob du hier lebst oder einmal im Monat kommst: Gemeinsam zu lernen und zu leben bringt Herausforderungen mit sich. Gruppenprozesse können anstrengend sein, und manches persönliche Thema wird berührt. Wir begleiten einander, und es gibt Unterstützung aus der Gruppe. Die Wegwarte ist aber kein Ort für therapeutische Arbeit, und diese Begleitung ersetzt keine Therapie. Deshalb ist es wichtig, dass du eine gute psychische Grundstabilität mitbringst und dich in der Regel gut selbst regulieren kannst. Wenn du dir da unsicher bist, sprich uns gern an – wir schauen gemeinsam, ob es passt.

Finanzielles

Wir wollen die Lern- und Forschungszeit solidarisch finanzieren: Wer mehr geben kann, gibt mehr, damit auch andere dabei sein können. Eine umfassende Förderung haben wir (noch) nicht.

Gerade müssen wir noch einen monatlichen Mindestbeitrag von etwa 700–750 € ansetzen. Er umfasst Miete, Essen und die gemeinsamen Forschungsräume und gilt für beide Gruppen gleichermaßen. Warum gleich? Weil die Gruppe vor Ort durch ihr Hüten und Mitgestalten des Hauses überhaupt erst möglich macht, dass alles andere stattfinden kann.

Der Mindestbeitrag ist kein Richtwert – würden alle nur ihn zahlen, käme nicht genug zusammen. Wenn du mehr geben kannst, freuen wir uns sehr darüber. Und wenn nicht: Viele finden Unterstützung bei Familie und Freund:innen, über ein kleines Crowdfunding oder bei Menschen, die ihnen etwas leihen. Dabei helfen wir gern mit Ideen.

Damit wir gut planen können, legst du deinen Beitrag vorab für die ganze Zeit fest. Beitragsrunden zwischendurch gibt es – anders als im ersten Jahrgang – nicht mehr. Solltest du die Lern- und Forschungszeit früher beenden, wird ein Teil des Beitrags trotzdem fällig.

Uns ist bewusst, dass wir damit wahrscheinlich Menschen ausschließen, und das bedauern wir. Ohne nennenswerte Förderung geht es in dieser frühen Phase leider noch nicht anders. Wir wollen Wege finden, diese Hürde abzubauen.

Und eine Bitte: Die Wegwarte gibt es, weil viele Menschen uns Direktkredite gegeben haben. Gerade müssen wir einen größeren Kredit ablösen und suchen dafür neue Direktkredite. Wir fragen deshalb alle, die teilnehmen möchten, ob sie sich vorstellen können, in ihrem Umfeld Direktkredite für die Wegwarte einzuwerben – etwa 5.000 bis 10.000 € für mindestens zwei Jahre. Uns ist klar, dass das je nach Umfeld ganz leicht oder kaum möglich ist. Deine Teilnahme hängt nicht davon ab. Mehr zu Direktkrediten findest du unter Beitragen.

FAQ - häufig gestellte Fragen

  1. Wer kann teilnehmen? Alle ab 18 Jahren, nach oben gibt es keine Grenze. Wir freuen uns auf eine altersgemischte Gruppe.

    Brauche ich einen Schulabschluss oder Vorerfahrung? Nein. Menschen, die aus dem staatlichen Bildungssystem ausgeschieden sind, bringen oft wertvolle Voraussetzungen für eine andere Art des Lernens mit. Auch Vorerfahrung in Commoning oder Körperarbeit brauchst du nicht.

    Kann ich einzelne Intensivblöcke buchen? Wahrscheinlich nicht. Die Lern- und Forschungszeit ist ein gemeinsamer Prozess über achteinhalb Monate, die Blöcke bauen aufeinander auf.

    Was macht Gruppe B zwischen den Blöcken? Du kehrst in deinen Alltag zurück und überträgst das Erforschte eigenständig in deinen eigenen Kontext.

    Kann ich nebenher Geld verdienen? Wer in Gruppe A vor Ort lebt, kann nebenher maximal 10 Stunden pro Woche einer Lohnarbeit nachgehen.

    Kann ich ein Haustier mitbringen oder habe ich Angehörige, um die ich mich kümmere? Sprich uns gern darauf an oder schreib es in den Bewerbungsfragebogen. Dann schauen wir gemeinsam, was möglich ist.

    Wie viel kann ich mitbestimmen? Die Wegwarte ist kein Commons im herkömmlichen Sinn, sondern ein Bildungsort, an dem wir Commoning lernen und weiterentwickeln. Derzeit halten vier Menschen den Ort dauerhaft und sichern seine Intention. Die Gruppe vor Ort übernimmt Verantwortung in den Mitmachkreisen und entsendet eine selbst bestimmte Person in den Hütekreis, wo sie angehört wird. Wie Führung und Selbstbestimmung gut zusammengehen, ist selbst Teil unseres Forschens.

    Bin ich mit allen Bedürfnissen willkommen? Uns ist wichtig, dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder Einschränkungen gut teilnehmen können. Lass uns gemeinsam schauen, ob das vorhandene Maß an Barrierefreiheit reicht. Das Erdgeschoss wollen wir barrierefrei umbauen, sobald es die Mittel erlauben.

    Wie gut sollte ich Deutsch sprechen? Unsere Hauptsprache ist Deutsch, und wir setzen uns mit komplexen Inhalten auseinander. Wenn du unsicher bist, lass uns gemeinsam schauen, ob deine Sprachkenntnisse reichen.

    Gibt es ein Zertifikat? Wir prüfen und bewerten nicht und streben keine staatliche Anerkennung an. Auf Wunsch stellen wir dir ein Zertifikat über deine Teilnahme aus.

    Wie geht es nach Oktober weiter? Ende 2027 startet die nächste Lern- und Forschungszeit. Wer darüber hinaus bleibt, klären wir gemeinsam im Laufe der Zeit.